Outrage

Originaltitel: Autoreiji
Herstellungsland: Japan
Erscheinungsjahr: 2010
Regie: Takeshi Kitano

Darsteller:
Kippei Shiina
Ryo Kase
Takeshi Kitano

Freigegeben ab 18 Jahren

Kurzbeschreibung:
Japanischer Yakuza-Film voller Gewaltdarstellungen von Genre-Meister Takeshi Kitano!

Mit freundlicher Unterstützung von Save.TV

Beschreibung:
Zwischen den Klans der Yakuza toben erbitterte Machtkämpfe um die Vorherrschaft über Tokios Unterwelt. Die beteiligten Gangster verhalten sich nicht gerade zimperlich. Jedes Mittel scheint recht zu sein. Allianzen werden geschmiedet, Schwüre gebrochen, Pläne ausgearbeitet und offene Rechnungen mit Gewalt beglichen. Denn wer nicht wagt, der nicht gewinnt…

Klappentext:
Im engeren Kreise äußert Yakuza-Oberboss Sekiuchi Zweifel an der Zuverlässigkeit von Yakuza-Unterboss Ikemoto, was letzteren, als ihm der Vorfall zu Ohren kommt, prompt zu eilfertigen Loyalitätsbekundungen veranlasst. Ikemoto entsendet Otomo, seinen Mann fürs Grobe, um beim rivalisierenden Clan der Murase nachhaltig Stunk zu stiften. Otomo lockt Murase-Soldaten in fiese Fallen, schreckt aber auch vor direkten Angriffen auf höhere Chargen nicht zurück, stört allgemein die Geschäfte und zettelt letztlich einen chaotischen Krieg an.

Besprechung:
Der Film erzählt eine klassische Yakuza-Geschichte. Zwei verfeindete Banden führen Krieg mit wechselnden Bündnissen und Intrigen. Alle Konflikte werden blutig verhandelt und jedem Racheakt folgt der nächste. Es gibt keine eindeutigen Protagonisten und auch keine Sympathieträger. Die zahlreichen Figuren, die sowohl in der komplexen Hierarchie innerhalb, sowie im Beziehungsgeflecht zwischen den einzelnen Yakuza-Clans untereinander verankert sind, bekommen kein wirkliches Gesicht. Der Film bietet keine romantisierende oder wehmütige Darstellung in seiner Geschichte. Alles bleibt kalt, brutal und emotionslos. Die Farben des Films sind meist ins bläuliche gehend und dabei entsättigt, die Handlungsräume sind oft nur sterile Büros. Im Prinzip gibt es keine Wärme, nur Metall, Plastik und Beton. Der Score wurde zumeist nur reduziert eingesetzt. Mit seinem abstrakten, mechanischen Klang ist er fernab von jeder pathetischen Wirkung. Die Sinnlosigkeit der Morde wird jederzeit sichtbar, genau wie der Mechanismus des Rachekreislaufs und der Kräftefluss von einer Yakuza-Familie zur anderen. Die Sinnlosigkeit wird zu jeder Zeit der Handlung deutlich, auch die Ersetzbarkeit des Einzelnen, die Wertlosigkeit eines Lebens, in der gefühlskalten Willkür zeigt, wie menschenverachtend die Gesellschaft der Yakuza ist. Jeder Mord entlarvt die Scheinheiligkeit der Gesetze dieser ehrenwerten Gesellschaft. Am Ende des Films gibt es keinen Showdown, keinen Höhepunkt der Gewalt. Die Rachespirale dreht sich zwar zunehmend schneller, aber sie vernichtet jeden, bis alles letztlich zerstört ist. Am Ende bleibt nur Resignation und Sinnlosigkeit. Das Leben in einem solchen Milieu ist nicht wirklich lebenswert und auch nicht ehrenwert. Kitano entzaubert die falsche Schönheit des Yakuza-Genres, das gelingt ihm zu 100 Prozent.

Copyright (C) 2014 by Detlef Hedderich

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