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DER BABADOOK

mit Essie Davis, Noah Wiseman, Daniel Henshall

Regie: Jennifer Kent

Kinostarttermin: 07.05.2015

Horror/Thriller – Australien/Kanada 2014 – 93 Minuten

im Verleih von capelight pictures

„Ich habe noch nie einen furchteinflößenderen Film gesehen“

(WILLIAM FRIEDKIN, REGISSEUR „DER EXORZIST“)

„Ein äußerst verstörender und empfehlenswerter Film“

(STEPHEN KING)

Synopsis:

Nach dem tragischen Tod ihres Mannes führt die junge Krankenschwester Amelia (Essie Davis) ein zurückgezogenes Leben mit ihrem Sohn Samuel (Noah Wiseman). Eines Abends liest sie ihm ein Kinderbuch mit dem Titel „Mister Babadook“ vor, und Samuel glaubt darin das Monster aus seinen Träumen zu erkennen. Anfangs denkt Amelia, die Furcht des Jungen sei unbegründet. Doch die Gutenachtgeschichte entfaltet bald ihren verstörenden Sog und Amelia wird selbst zunehmend mit unheimlichen Phänomenen konfrontiert. Mit dem „Babadook“ sickert eine unheilvolle Bedrohung schleichend in das Leben der beiden. Denn wenn er erst einmal da ist, lässt er sich nicht mehr vertreiben. So steht es geschrieben.

Jennifer Kents Debütfilm DER BABADOOK sichert sich schon jetzt einen Spitzenplatz in den Jahresbestenlisten aller Horror-Fans und Filmliebhaber. Basierend auf Kents hochgelobtem Kurzfilm „Monster“, verbindet die australische Filmemacherin psychologischen Horror in der Tradition von Stanley Kubricks „Shining“, Roman Polanskis „Rosemaries Baby“ und Alfred Hitchcocks „Psycho“ mit der atmosphärisch eingesetzten Sprache des modernen Horrorkinos. Seit seinem Debüt auf dem Sundance Filmfestival 2014 setzt DER BABADOOK mit insgesamt 33 Auszeichnungen und 39 Nominierungen renommierter Filmpreise wie den AACTA Awards, den British Independent Film Awards und den New York Film Critics Circle Awards seinen Siegeszug fort, nachdem er bereits im Rahmen des Fantasy Filmfests zum unbestrittenen Publikumsliebling avanciert war.

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GEWONNEN HAT: Ruediger Schneider


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Zum Film gibt es diese Website.

Kurzinfo für Ungeduldige: Die gestresste Amelia beginnt die Kontrolle über ihr Leben und ihren verhaltensauffälligen Sohn zu verlieren, was sich ein erzböser Dämon zunutze macht, der die beiden erbarmungslos zu verfolgen beginnt … – Was quasi als Wiedergeburt des Horrors gefeiert wird, ist ‚nur‘ ein gut geplotteter, inszenierter und gespielter Gruselfilm mit manchmal zu dick aufgetragenem Symbolismus: sehenswert.

[md]

Filmbesprechung unseres Rezensenten Michael Drewniok:

Seit Gatte Oskar vor sieben Jahren durch einen Autounfall auf der Fahrt ins Krankenhaus starb, in dem sie wenig später Sohn Samuel zur Welt brachte, ist Amelia Vaneks Leben nie wieder ins Lot geraten. Die ehemalige Autorin von Kinderbüchern schlägt sich als Altenpflegerin durch. Sowohl beruflich als auch privat ist ihr Leben öde. Von ihrer Schwester Claire hört Amelia vor allem Vorwürfe. Aktuell lädt diese sogar Samuel vom Geburtstag ihrer Tochter aus, die sich vor ihrem Cousin fürchtet.

Samuel ist ein hyperaktives und anstrengendes Kind, das von Angstfantasien geschüttelt wird. In der Schule gilt er als Störenfried, und die Lehrer betrachten Amelia als überforderte oder gar untaugliche Mutter. Auch das Jugendamt ist aufmerksam geworden. Rund um die Uhr fordert Samuel die Aufmerksamkeit seiner Mutter, die am Ende ihrer Kräfte ist.

Die Situation verschlechtert sich, als Samuel eines Tages ein altes Kinderbuch findet. Es erzählt vom „Babadook“, einem bösen Geist, der über seine entsetzten Leser kommt, sie systematisch in Angst & Schrecken versetzt und sich ihnen schließlich offenbart, was sie nicht überleben. Damit hat Samuel einen neuen Buhmann gefunden, von dem er der ganzen Welt erzählt und gegen den er sogar Waffen bastelt.

Amelia ist verzweifelt und zieht einen Psychiater zu Rate, der sich überreden lässt, Samuel ein Beruhigungsmittel zu verschreiben. In der Tat schläft dieser daraufhin nachts durch. Ahnungslos hat sich Amelia allerdings ihres besten weil wachsamen Gefährten beraubt: Der Babadook ist nur zu real. Weil Amelia seine Existenz trotz der nächtlich an Intensität drastischer werdenden Belästigungen zu lange standhaft leugnet, kann er sich im Vanekschen Haushalt einnisten. Der verängstigte Samuel ahnt, was das Ziel des Babadooks ist: Er will buchstäblich in die Haut seiner Mutter schlüpfen, die Samuel ihm ausliefern wird, auf dass er ihn in sein Reich des Schreckens verschleppen kann …

Werbung & Wahrheit: ein Paradoxon

Im erfahrenen Zuschauer regt sich automatisch Skepsis, sobald wieder einmal die „Wiedergeburt des Horrors“ gefeiert wird. In der Regel sind es zynische Werbe-Lügner, die solche Lobeshymnen verbreiten. Sie profitieren von jener Fraktion der Betrachter, die entweder nur den halben Film anschaut oder intellektuell bereits beeindruckt reagiert, wenn sie mit „Horror“ konfrontiert wird, in dem keine aus Windhosen fallende Haifische ihren Opfern die Köpfe abbeißen.

Die Jubelchöre der Werbung sollen zudem unbedingt vermeiden, im Zielpublikum den Verdacht aufkommen zu lassen, man werde nicht nur mit Handlung, sondern auch mit Subtext konfrontiert. Da mehr als 90% der Zuschauer nach Ansicht von Fachleuten Hohlköpfe sind, fürchtet man einen daraus resultierenden Fluchtreflex. (Diese ‚Spezialisten‘ liegen natürlich falsch: Der Anteil von Idioten liegt bei höchstens 85%.)

Manchmal treten sie die Flucht nach vorn an und versuchen es mit der Wahrheit, aber in der Regel steigt der Dreistigkeitsfaktor der verbreiteten Lügen. „Der Babadook“ kann in beiden Fällen nur verlieren. Tatsächlich ist dies ein solide gemachter Film mit einer gut eingespiegelten zweiten Verständnisebene – mehr nicht. Die Revolution des Schreckens bleibt ganz sicher aus. Weder hat Regisseurin und Drehbuchautorin Jennifer Kent sie gewollt, noch verfügte sie über das Budget, sie darzustellen.

Die Manifestation von Trauer & Schuld

In keiner Sekunde erlebt der Zuschauer ‚neuen‘ Horror. Es knarrt, es huscht, es munkelt in den Schatten. Bis überhaupt Übernatürliches geschieht, ist der Film zur Hälfte vorbei. Traut sich der Babadook ein wenig weiter ins Licht, erkennt man ihn sofort als Puppe. (Seine Gestalt orientiert sich übrigens an Lon Chaney in der Hauptrolle des 1927 entstandenen Gruselfilms „London After Midnight“.)

Im Zentrum des Schreckens steht eigentlich Amelia Vanek als Mutter, die den Verstand verliert. Kent nutzt das Horror-Genre, um einem sehr alltäglichen Phänomen einen Rahmen zu geben, der nicht nur Arthouse-Kino-Intellektuelle anlockt. Darin ist sie erfolgreich: Der allmähliche geistige Verfall einer nicht nur gesellschaftlich isolierten, sondern in ihrer Privathölle gefangenen Mutter jagt wirklich Angst ein! Wenn in der Werbung immer wieder William Friedkin, Regisseur von „Der Exorzist“ (1971), zitiert wird, er habe niemals einen furchterregenderen Film gesehen, so bezieht sich das auf den ‚realen‘ Horror von „Der Babadook“, nicht aber auf die Spukeffekte!

Bei einer zweiten Sichtung des Films würde sich die Dominanz der Subebene deutlicher abzeichnen. Dem Zuschauer müsste eher auffallen, dass sämtliche Spuren, die der Babadook hinterlässt, zu Amelia führen. Kent streut geschickt entsprechende Andeutungen ein. So ist Amelia eine ehemalige Kinderbuchautorin und deshalb vertraut mit der Herstellung eines Pop-Art-Albums, das hier angeblich der Babadook selbst im Haus Vanek hinterlegt hat.

Obwohl es sehr lange nicht spukt, kommt keine Langeweile auf. Sie wird kompensiert durch den sich stetig verdichtenden Verdacht, dass kein Dämon aus dem Jenseits, sondern eine Frau im freien geistigen Fall für das unheimliche Geschehen verantwortlich ist. Kent treibt Amelia systematisch in die Enge. Beruflich oder privat gibt es keine Gelegenheit zur Flucht oder wenigstens eine Pause. Am eindringlichsten belegt dies eine Szene, in der sich Amelia in einsamer Nacht mit einem Vibrator Erleichterung verschaffen will: Schon wieder springt der niemals ruhende Samuel in ihr Bett!

Das nur bedingt sympathische Opfer

Mit der Figur des Samuel wagt Kent einen interessanten Weg: Dies ist nicht das niedliche, naseweise Kind, um das der Zuschauer bangt. Samuel ist objektiv eine Nervensäge. An seine Mutter stellt er Ansprüche, denen Amelia nicht genügen kann, weil sie mit sich selbst beschäftigt ist: Sie vermisst weiterhin ihren Ehemann, und sie macht Samuel insgeheim verantwortlich für dessen Tod, da es seine Geburt war, die zu der verhängnisvollen Autofahrt führte. Gegen dieses Gefühl kämpft Amelia an, ohne es bezwingen zu können. So ist es kein Wunder, dass der ‚Spuk‘ die Gestalt des toten Oskar annimmt und die Auslieferung des Sohnes verlangt. Amelia fühlt sich ertappt, denn sie denkt ernsthaft darüber nach, dieses ‚Angebot‘ wahrzunehmen.

Faktisch ist Samuel ein doppeltes Opfer: Die Umwelt lehnt ihn ab, weil er ‚anders‘ ist, und nach dem Vater droht er nun auch die Mutter zu verlieren. Samuel kämpft nicht gegen einen Babadook = Buhmann, sondern hat seiner konkreten Furcht eine Gestalt und einen Namen gegeben. Dass die eigene Mutter sich gegen ihn wendet und ihn schließlich umbringen will, vermag er auf diese Weise zu verstehen: Der Babadook ist in sie gefahren!

Hat man die Wahrheit begriffen, steigt echte Angst auf: Angst um Samuel, der nicht auf Hilfe hoffen darf, sondern mit seiner zunehmend irrationaleren Mutter ‚daheim‘ gefangen ist. Der finale Kampf gegen den Babadook wird folgerichtig zum Kampf zwischen Amelia und ihrem inneren Dämonen, während Samuel versucht, dieses Duell zu seinen Gunsten zu beeinflussen. Nur diese Interpretation führt zur ungewöhnlichen, an dieser Stelle nicht verratenen Auflösung: Der Babadook wird einerseits besiegt, während er andererseits präsent bleibt. Es hängt von Amelias mentaler Kraft ab, ob er in seiner Verbannung verharrt oder erneut ausbricht. Die Idylle im Vanek-Haus ist trügerisch, und abermals ist es Samuel, der dies unmittelbar begreift.

Kammerspiel in düsteren Räumen

„Der Babadook“ ist über weite Strecken ein Kammerspiel, das von zwei Personen getragen wird. Eine Figur ist darüber hinaus ein Kind, was angesichts des komplexen Themas mit seinen verstörenden Untiefen eine besondere Herausforderung darstellte. Jennifer Kent achtete darauf, Noah Wiseman, der den Samuel spielte, nie dann mit seiner ‚Mutter‘ zu konfrontieren, wenn diese grob und gemeingefährlich war, ihn beschimpfte oder gar attackierte. Für Noah gab es eine kindgerechte Version des Drehbuchs, sodass er sich auf seine Rolle als anstrengendes, unverstandenes, verängstigtes Kind konzentrieren konnte. Er meisterte sie ausgezeichnet – dies nicht, weil er ein schauspielerisches Ausnahmetalent war, sondern weil Kent die Kamera laufen und Szenen wiederholen ließ, ohne Noah unter Druck zu setzen, wenn er nicht bieten konnte, was Kent vorschwebte. Aufgrund des budgetbedingt kopfarmen Teams war der Zeitdruck nicht tonangebend, und Irgendwann gelangen die gewünschten Reaktionen.

Bewusst ins Zeug legen musste sich dagegen Essie Davis. Als Amelia Vanek ist sie gleichermaßen bemitleidenswert und furchteinflößend. Den schmalen Grat zwischen Alltagsstress und mörderischem Wahnsinn beschreitet sie als Darstellerin sicher, während sie in ihrer Rolle ständig abzustürzen scheint. Man bedauert Amelia – wie Nachbarin Mrs. Roach -, dann möchte man sie wegen ihrer Schneckenhausmentalität – wie Schwester Claire – anschreien, schließlich fürchtet man sich vor ihr – wie Samuel. Davis beherrscht die gesamte Palette entsprechender Emotionen. Erfreulicherweise hat sie es nie nötig, dies durch Grimassen und Geschrei zu demonstrieren. Amelias Wahn kommt schleichend; die müde Mutter kann ansatzlos zur Furie mutieren.

Kent drehte ihren ersten Langfilm im südaustralischen Adelaide. Das Projekt konnte via Crowdfounding gestartet werden, doch wurde der Rest des Budgets über Fördergelder finanziert. Letztlich kostete „Der Babadook“ ca. 2,5 Mio. Dollar. Angesichts überschaubarer Kulissen und Effekte wirkt der Film niemals ‚billig‘. Kent investierte viel Mühe darauf, sich auf Klassiker des Gruselfilms wie „Carnivals of Souls“ (1962; dt. „Tanz der toten Seelen“), „I tre volti della paura“ (1963; dt. „Die drei Gesichter der Furcht“) oder „The Shining“ (1980; dt. „Shining“) zu stützen, um die Grenzen zwischen Realität und Einbildung zu verwischen.

„Der Babadook“ war erfolgreich auf diversen Filmfestivals und konnte dies im Kino wiederholen. Insgesamt spielte der Film ca. 7 Mio. Dollar ein. Das Publikum sah kein Meisterwerk, sondern einen spannenden, gut erzählten, auf unerwarteter Ebene angsteinflößenden Film. Diese Wirkung stellt sich – nicht zuletzt aufgrund einer Synchronisierung durch echte Sprecher – auch in der deutschen Fassung ein.

DVD-Features

Erfreulich reich sind die Extras zum Hauptfilm ausgefallen. Von besonderem Interesse ist der Kurzfilm „Monster“, in dem sich die Regisseurin und Drehbuchautorin Jennifer Kent 2010 erstmals mit dem „Babadook“-Thema beschäftigte. Der Vergleich zeigt, wie sich die Geschichte entwickelt und intensiviert hat.

Zwei Features erläutern „Die Geheimnisse des Babadook“ und „Die Albträume des Babadook“, was angesichts der Symbolträchtigkeit dieser Figur nützlich ist. Weitere Featurettes zeigen die Entstehung des Babadook-Buches und informieren über das Set-Design vor allem des Vanek-Hauses.

In zwei Interviews äußern sich Jennifer Kent und Essie Davis über Film und Dreharbeiten. Sie betonen dabei die ‚familiäre‘ Atmosphäre, die Kent als Assistentin des Regisseurs Lars von Trier auf dem Filmset von „Dogville“ (2003) kennen- und schätzen gelernt hatte. Außerdem gibt es einen Trailer zu „Der Babadook“.

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