Derek Wan
Shadow – Dead Riot

Shadow: Dead Riot, USA, 2006
Savoy Film, Frankfurt/Sunfilm Entertainment, München, 27.6.2008
1 DVD im Amaray-Case, Horror, Action, ASIN: B0014BDQVY, Laufzeit: ca. 85 Min., hesehen 8/08 für EUR 15.95
Darsteller: Nina Hodoruk, Carla Green, Tony Todd, Andrea Langis u.a.
FSK: ab 18 Jahren
Sprache: Englisch Dolby Digital 5.1 Deutsch Dolby Digital 5.1
Bildformat: 1:2,35 (16:9)
Specials: „Grindhouse“-Trailer

www.sunfilm.de/

Shadow, ein von Satanismus getriebener Serienkiller, sieht seinem Ende entgegen, denn seine Exekution ist nah. Doch bevor er den letzten Gang antritt, um anschließend abzutreten, führt er ein letztes Ritual durch, um sich auf den Moment seines Todes vorzubereiten. Und wirklich stirbt er mit einem Knalleffekt, denn kaum fließt das Gift durch seinen Körper, explodiert dieser. Sein Blut sickert in die Gefängnismauern, der Henker übergibt sich, und unter den Gefangenen bricht ein Aufstand aus, der blutig niedergeschlagen wird. Um all das zu vertuschen werden die Leichen samt explodiertem Shadow auf dem Gelände in einem eilig ausgehobenen Massengrab verscharrt.

Zwanzig Jahre später hat sich das Gefängnis gewandelt, denn nun sitzen Frauen ein. Es herrscht das ganz normale Knastleben, obgleich es sich doch um einen Modellversuch handelt, bei dem körperliche Arbeit und milde Bestrafungen im Vordergrund stehen.

Etwas, was Solitaire nicht sonderlich beeindruckt. Sie geht ihren eigenen Weg, der sie unversehens in Schwierigkeiten bringt. Doch das wirklich Schlimme ist nicht die Knast-Queen, die es auf sie abgesehen hat, und auch nicht die lesbische Wärterin.

Ihr Problem ist Shadow, denn dessen Geist klebt noch immer in den Mauern des Gefängnisses. Als dann das Blut einer Insassin auf den Rasen tropft und von dort das Massengrab erreicht, beginnt das Grauen. Denn das, was sich aus dem Boden buddelt, ist alles andere als freundlich…

Zwiegespräch zwischen dem Regisseur des Films und seinem Assistenten:
R: „Haben wir alles?“
A: „Wir haben einen Satanisten, der explodiert, Blut in den Wänden, nackte Frauen, Visionen und Zombies, ein bisschen Sex, sämtliche Klischees, die man auftreiben kann, und alles hübsch mit Gore-Szenen zu einem grauen Brei vermischt.“
R: „Scheiße. Aber besser wird es nicht – geben wir den Film frei und hoffen, dass es da draußen in der weiten Welt jemanden gibt, dem dieses Machwerk gefällt. Manche sind hart gesotten, die schauen jeden Mist, der nur entfernt nach Gore und Zombies riecht.“

Alles klar? Nein? Also schön, hier noch einmal ein bisschen ausführlicher.
Wenn man klischeehaftes US-Knastleben sehen will, gepaart mit Titten und ein bisschen Action, wenn man dazu auch noch Zombies und eine völlig idiotische Geschichte will, dann ist man bei diesem Film gut aufgehoben. Wenn man sein Hirn jedoch nicht in den Schrank gelegt hat, wird man „Shadow – Dead Riot“ auch nicht genießen können.

Die Story ist von der ersten Szene an völlig unglaubwürdig und wird auch nach dem Schwenk in die Gegenwart nicht besser. Ein böser Geist, der sich in den Mauern eines Hauses/Burg/Gefängnisses/Psychiatrie eingenistet hat, das kennen wir aus gefühlt einer Million Filmen, die besser sind als dieser. Selbst das Frauenknastleben wird in „Hinter Gittern“ auch besser dargestellt – und diese Serie ist schon unterirdisch schlecht. Der Horror und die Visionen machen den Film letztlich auch nicht reizvoller, zumal man zuvor mit lesbischen Wärterinnen und notgeilen Ärzten, einer hilflosen Schwangeren und dem Kampf ‚Heldin vs. Knast-Queen’ gefoltert wurde.

Einzig die Gore-Szenen wirken ein wenig versöhnlich, denn einige sind durchaus gelungen. Obwohl nicht zu verstehen ist, warum man die wichtigste Szene – die Explosion von Shadow – erst gegen Ende des Films zeigt und dann auch nur unzureichend für einen echten Gore-Fan. Vielleicht hat sich der Regisseur auf diese Weise ein R erkauft, denn explodierende Leiber könnten Jugendliche unter 17 verstören. Der kurze Blick muss da reichen.

Da es sich bei der vorliegenden Fassung um einen Screener handelt, der lediglich die englische Sprache beinhaltet, vermag man über die Synchronisation nichts Näheres zu sagen. Wie gut, dass es sich um einen US-Streifen handelt. Nicht auszudenken, er wäre aus Japan gekommen. Dann wären die geschliffenen Dialoge, der Wortwitz und die geistreichen Kommentare der Protagonistin … okay, war ein Scherz. Denn auch das bietet der Film nicht. So gesehen hätte er auch aus Japan kommen können.

Zumindest wirkt das Bild gut, der Ton ebenfalls. Von der technischen Seite gibt es also keine Beanstandungen. Zudem macht die DVD selbst einen stabilen Eindruck, auch wenn sich die Screener-Version vom Original unterscheiden dürfte. Dennoch kann man sie sicherlich gut als Blickfang nutzen, etwa um Flaschen und Gläser darauf abzustellen…

Fazit: Sagen wir es mit den weisen Worten von Homer Jay Simpson: Doooh! (GA)

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Shadow – Dead Riot