Storage 24

Originaltitel: Storage 24 (GB 2012)
Regie: Johannes Roberts
Drehbuch: Noel Clarke, Davie Fairbanks u. Marc Small
Kamera: Tim Sidell
Schnitt: Martin Brinkler
Musik: Christian Henson
Darsteller: Noel Clarke (Charlie), Colin O’Donoghue (Mark), Antonia Campbell-Hughes (Shelley), Laura Haddock (Nikki),     Jamie Thomas King (Chris), Alex Price (Jake), Ned Dennehy (David), Geoff Bell (Bob), Ruth Gemmell (Ruth), Davie Fairbanks (Greg), Amy Pemberton (Lucy) u. a.
Label/Vertrieb: Universal Film Home Entertainment
Erscheinungsdatum: 25.10.2012
EAN: 5050582906325 (DVD)/5050582906349 (Blu-ray)
Bildformat: 16 : 9 (1,85 : 1, anamorph)
Audio: Dolby Digital 5.1 (Deutsch, Englisch)
Untertitel: Deutsch, Englisch, Dänisch, Finnländisch, Niederländisch, Norwegisch, Schwedisch, Isländisch
DVD-Typ: 1 x DVD-9 (Regionalcode: 2)
Länge: 83 min. (Blu-ray: 87 min.)
FSK: 16

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Das geschieht:

Nachdem Charlie von Freundin Shelley aus ihrem Leben und der gemeinsamen Wohnung vertrieben wurde, macht er sich mit Kumpel Mark auf, seine eingelagerten Besitztümer abzuholen. Diese stehen in London und dort in einem riesigen Hallenbau, den die Firma „Storage 24“ zu einem Lagerhaus umgerüstet hat: Hunderte von Containern enthalten die Habseligkeiten von Kunden, die bei Tag und Nacht an ihre Stahlkästen gelangen können.

Um Einbrecher abzuschrecken, wurde die Halle mit Sicherheitsglas und Stahlgittern versehen, die sich bei Alarm von selbst schließen. Dies geschieht versehentlich, als an diesem Morgen ein Flugzeug abstürzt. Teile der Maschine sowie eine Frachtkiste treffen das Lagerhaus, das sich daraufhin selbst verriegelt. In der Falle sitzen nicht nur  Charlie und Mark, sondern auch der Pförtner und ein Techniker, der irgendwo im Keller dem Fehler auf die Spur zu kommen sucht. Die Spannung steigt weiter, als Charlie in ‚seinem‘ Container Shelley sowie ihre Freunde Nikki und Chris entdecken, die dort ebenfalls Besitzgüter sortieren.

Der ausbrechende Streit verhindert, dass unser Quintett bemerkt, was Techniker und Pförtner inzwischen zu ihrem Nachteil wissen: In der Frachtkiste saß ein außerirdisches Wesen, das dem US-Geheimdienst in die Falle gegangen war. Die Behandlung durch das Militär nimmt die Kreatur den Menschen überaus übel. Zudem ist sie wohl von Natur aus ungesellig, denn statt die Flucht zu ergreifen, beginnt sie die mit ihm im Lagerhaus eingeschlossenen Pechvögel zu jagen.

Charlie und seine ‚Freunde‘ müssen sich zusammenraufen. Allerdings bietet eine mit  fest verschlossenen Containern gefüllte Halle kaum Verstecke. Jäger und Gejagte laufen deshalb einander immer wieder über den Weg. Darüber hinaus muss sich die Gruppe mit einem Feigling plagen, der seine Gefährten dem Monster zum Fraß vorzuwerfen gedenkt, um selbst mit dem Leben davonzukommen …

Horror-Handlung zum Mitsingen

Natürlich ist man nachher (wie immer) schlauer. Argwohn hätte jedoch schon früher aufkommen können – oder müssen. Schon der Name des Regisseurs lässt laute Alarmglocken erklingen: Johannes Roberts ist verantwortlich für eine ganze Salve filmischer Dumm-Dumm-Geschosse, unter denen die Frühwerke „Hellbreeder“ (2004), „Darkhunters“ (2004) und besonders „Forest of the Damned“ (2005) vielleicht deshalb besonders unrühmlich herausragen, weil Roberts hier auch die ‚Drehbücher‘ – dieses Wort muss man in Anführungsstriche setzen – fabriziert hat.

„Storage 24“ hat Roberts nicht geschrieben, sondern diesen Job einer Trias von Autoren übertragen, die man weniger routiniert als bemüht nennen möchte, weil dies zivilisierter ist, als sie für ihren Dilettantismus zu verfluchen. Noel Clarke, der auch eine der Hauptrollen übernommen hat, ist einer der drei, denen nur als Gruppe gelang, was Johannes Roberts im Alleingang hätte versieben können.

Monster trifft Menschen dort, wo diese nicht flüchten können, sondern sich ihm stellen müssen: Grundsätzlich ist dieser Plot unverwüstlich. Mit den richtigen Ideen bzw. einigen Variationen bewährter Einfälle kann so eine Geschichte immer noch unterhalten. Es beginnt ja auch vielversprechend: Ein riesiges Lagerhaus, dessen ‚Einrichtung‘ primär aus nebeneinandergesetzten Stahl-Containern besteht, ist eine interessante Kulisse.

Was jetzt?

Das findet offensichtlich auch Kameramann Tim Sidell, der sein Werkzeug immer wieder über die endlosen Reihen der Lagerkisten wandern lässt. Oder ist dies ein Indiz für seine Verzweiflung, weil ihm weder die Drehbuchautoren noch der Regisseur verraten konnte, worauf er die Kamera stattdessen richten sollte? Vielleicht hätte jemand früh genug daran denken können, dass eine ‚interessante‘ Kulisse nicht zwangsläufig interessante Bilder bedingt.

Auf der Flucht vor dem permanent mordlustigen Alien lernen wir die kargen Örtlichkeiten des Gebäudes mehr als gut kennen. In die Container hinein kommen unsere Flüchtlinge nicht bzw. nur auf seltsamen Umwegen: Zwischen den Behältern verlaufen stabile, durchmesserstarke und somit einbrecherfreundlich geformte Belüftungsrohre, in denen man recht unproblematisch von Box und Box kriechen und sich Einlass verschaffen kann. In der Werbebroschüre für „Storage 24“ dürfte dieses Detail ausgespart bleiben, aber wenigstens kommt auf diese seltsame Weise ein wenig Schwung ins Geschehen: Aus den Lagerbeständen kommen waffenähnliche Gegenstände wie Brecheisen, Brotmesser und Feuerwerkskörper (!) zum Vorschein.

Außerdem haust in einem Container der struppige David, der hier nach seiner Scheidung fest eingezogen ist – einer der wenigen gelungenen Einfälle, was Davids zwar spektakuläres aber seinem Charakter und jeglicher Handlungslogik fernes Ende umso deutlicher macht. Dieses Manko hat Methode: Immer wieder kommt das Geschehen an tote Punkte, die von der Ratlosigkeit der Autoren künden: Was machen wir jetzt? In der Regel werden solche Momente durch eine weitere Monster-Attacke überspielt.

Zwischen Dummkopf und Feigling

Fünf Haupt- und drei (größere) Nebenrollen zählen wir in „Storage 24“. Wie im unterdurchschnittlichen Horrorfilm üblich, geraten leider vor allem Hohlköpfe und Widerlinge in die Krise. Die Figurenzeichnungen schreien lauter zum Himmel als das Monster. Sie widerlegen die Theorie vom Primat eines ‚frischen‘, mit Klischees kunstvoll spielenden britischen Kinos über Hollywood. Diese Zeiten sind sichtlich vorbei.

So können einem die Darsteller leidtun. Vor allem die wandlungsfähige Antonia Campbell-Hughes – schon äußerlich eine unverwechselbare Erscheinung – verkauft sich nach „The Task“ (2011) abermals weit unter Wert. Laura Haddock unterläuft zumindest das ihr aufgeprägte Profil der schlampenhaften aber netten Freundin, Noel Clarke kann wenigstens manchmal zeigen, welche Schwierigkeiten damit verbunden sind, ein liebeskummerkranker Held wider Willen zu sein. Blass bleiben Colin O’Donoghue und Jamie Thomas King; die anderen Darsteller sind in erster Linie Monsterfutter.

Die zentralen Fünf streiten sich, flüchten, verraten einander, kämpfen & sterben und präsentieren dem Zuschauer dabei so ziemlich jede Worthülse, die dieser aus anderen missratenen Horrorfilmen kennt. Für Abwechslung sorgt wie schon erwähnt das Monster. Es ist kein Ausbund an Schläue oder Originalität aber wenigstens zuverlässig in seiner Mordlust sowie erfreulich einfallsreich in seinen Methoden: Opfer werden ausgeweidet, entzweigerissen oder anderweitig verstümmelt.

Alien auf großem Fuß

Woher das Monster kommt, ist für diese Geschichte von sekundärer Bedeutung. Hier liegt unser Drehbuch-Trio richtig. Es lässt das Alien buchstäblich vom Himmel dorthin fallen, wo es umgehend umzugehen beginnt. Angesichts des knappen Budgets verdient auch die Gestaltung der Kreatur einige lobende Worte. CGI kommt kaum zum Einsatz; dieses Ungetüm ist eine originalgroße Kreation aus Metall, Gummi u. a. Materialien. Als Mischung aus Predator und Gottesanbeterin kann das Alien durchaus punkten. Es misst aufrecht mehr drei Meter und steht (ein wenig hüftsteif) auf so dürren Insektenbeinen, dass auf den ersten Blick deutlich wird: Hier steckt nicht (bzw. nur in den Nahaufnahmen) wie im Billig-Grusel üblich ein starker Stuntman unter der in der Handhabung sicherlich komplizierten Maske.

Wie es sich gehört, ist unser Alien monsterstark, schlau und nicht kaputtzukriegen. Auf diese Weise ist Köpfchen und Improvisationstalent gefragt, wollen unsere zumindest körperlich unterlegenen Hauptfiguren ihm Paroli bieten. Einmal mehr muss festgestellt werden, dass den Drehbuchautoren in dieser Hinsicht wenig eingefallen ist. Falls die vorgeführte Monsterhatz per Stoffhündchen und Silvesterknaller humorvoll gemeint sein sollte, gehen diese Scherze ebenfalls ansatzlos in die nicht vorhandene Alien-Hose.

Ein wiederum nicht gerade neuer aber zumindest funktionierender Schlussgag versöhnt mit einem limitiert eindrucksvollen Finale, das diverse Menschen wider jede Logik gegen das Monster siegen lässt. (Mit einer Brechstange – nun ja …) Anders als unsere überlebenden Helden hat es der Zuschauer aber besser: Er kann sich nach Filmende tatsächlich seinem normalen Leben sowie anderen, besser unterhaltenden Dingen zuwenden.

DVD-Features

Mit „Storage 24“ hat die Firma „Universal Film Home Entertainment“ kein Meisterwerk veröffentlicht. In Sachen Ausstattung hat man sich freilich nicht lumpen lassen. Bild und Ton zeigen (jenseits der vom Regisseur geplanten ‚künstlerischen‘ Unschärfen) keine Schwächen, die Liste der zuschaltbaren Untertitel ist eindrucksvoll, und auch die Features können sich sehen bzw. hören lassen.

Zu berücksichtigen ist, dass Drehbuch-Mitautor/Hauptdarsteller Noel Clarke und Regisseur Johannes Roberts natürlich eine hohe Meinung über ihr gemeinsames Werk haben. (Eine „Hommage“ an das klassisch-drastische Monster-Kino der 1980er Jahre? Selten so – traurig – gelacht!) Dies geht aus dem Audiokommentar hervor, in dem die beiden aber auch manche interessante Hintergrund-Info preisgeben.

Immer gern sieht der Filmfan gefilmtes Material, das es nicht in den endgültigen Film  geschafft hat. Hier summieren sich diese (sechs) Szenen auf insgesamt acht Minuten, die man indes tatsächlich nicht im Hauptfilm vermisst.

Interessant ist ein Blick in die Lagerraum-Kulisse, in welche die Filmcrew viel Hirnschweiß investiert hat, auch wenn sich dies – s. o. – im Ergebnis nur bedingt niederschlug. Leider bleibt es bei dieser einen, weniger geschwätzlastigen als informativen Featurette, die nur knappe acht Minuten läuft. Stattdessen lassen sich noch einmal Noel Clarke sowie Colin O’Donoughue minutenkurz und inhaltsschwach „einen Tag ihres Lebens“ mit der Kamera begleiten. Den glanzlosen Abschluss bildet eine „Fotorolle“ mit mehr oder weniger aussagekräftigen Bildern von den Dreharbeiten.

[md]

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