Joe Lynch
Wrong Turn 2 – Dead End

Highlight Studios, USA, 25. Oktober 2007
1 DVD, Horror, ASIN: B000UA2JWM, Laufzeit: ca. 90 Min., gesehen 10/08 für EUR 12.95,
Darsteller: Erica Leerhsen, Henry Rollins, Texas Battle
Format: Dolby, DTS, PAL, Surround Sound
Sprache: Deutsch (Unknown), Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9
FSK: Freigegeben ab 18 Jahren
www.highlightstudio.com/
http://joelynch.net/

Für eine Reality-Survival-Show begibt sich eine gesamte Filmcrew ins tiefste West Virginia, um dort den Pilotfilm der Show drehen zu können. Noch ahnt keiner, dass das Motto der Show durchaus ernst zu nehmen ist. Daran ändert auch das plötzliche Verschwinden des Stars der Sendung nichts.

Doch statt elektronischer Fallen und kleiner Aufgaben erwartet nicht nur die Kandidaten ein Kampf ums Überleben. Tief in den Wäldern leben inzestuöse Kannibalen, für die die junge Crew ein wahrhafter Leckerbissen ist. Und so beginnt der Kampf ums Überleben, ohne dass überhaupt jemand etwas davon bemerkt – zunächst…

Wenn ein Film so offensichtlich in Richtung Splatter geht wie dieser hier, dann sollte man es auch aussprechen. Selbst in der in Deutschland erhältlichen, gekürzten Version von „Wrong Turn 2“ geht es um nichts anderes als darum, möglichst viel Blut und Eingeweide zu zeigen. Wer seinen Anspruch darauf erhebt, der soll seinen Titel nämlich auch bekommen.

Die Frage sei jedoch gestellt, warum dieser Film nicht in der längeren, amerikanischen Version erhältlich ist, gibt es doch keine Altersfreigabe. Auf das bisschen Hack, Blut und Eingeweide mehr wäre es in diesem Falle auch nicht mehr angekommen. Aber da war die FSK wohl wieder einmal zu besorgt um Genre-Fans, denn für andere wird dieser Film sicher kein Geheimtipp werden.

Die Handlung ist größtenteils vorhersehbar, und selbst an der einen Stelle, an der sie es ausnahmsweise nicht ist, haben die Macher schon soviel Wert auf dezente Hinweise gelegt, dass man sich als Zuschauer fühlt, als hätte gerade ein Vorschlaghammer zugeschlagen. Die Charaktere sind leider ebenso leidlich angelegt, so dass das „10 kleine Negerlein“-Spielchen im tiefsten Virginia irgendwie leicht zum Gähnen anregt.

Sicher, in einem Horrorfilm gibt es selten tief schürfende Dialoge, aber so offensichtlich begriffsstutzig, wie einige der handelnden Protagonisten in diesem Film agieren, beißt man denn doch am besten ins nächste Kissen und amüsiert sich stattdessen über reichlich Blut und Eingeweide. Und davon gibt es, wie ja bereits eingangs bemerkt, mehr als reichlich.

Der Regisseur hat sich zumindest nicht gescheut, sich selbst und das Genre als zusätzliche kleine Muntermacher auf die Schippe zu nehmen und einige offensichtliche Sequenzen aus anderen Filmen zu kopieren oder (abermals mit dem Vorschlaghammer, der hier sogar richtig gut wirkt) direkt auf sie hinzuweisen (T-Shirt eines Mitglieds der Filmcrew). Wenn ein Film sich stellenweise selbst nicht mehr ernst nimmt, können die Zuschauer ihm das entweder danken oder ihn verfluchen. Nun, in diesem Fall sollte eher zum ersteren Fall tendiert werden.

Leider allerdings bleibt dieser Film deutlich hinter seinem Vorgänger zurück und steht einmal mehr für den ‚ewigen Fluch des Zweiten’, wo die Handlung dermaßen zerfasert und verflacht, dass man wirklich nur noch auf das Gemetzel Wert legt… Nun ja, nicht wirklich jedermanns Geschmack.

Ebenso sei angemerkt, dass die Darstellung der inzestuösen Freaks eher an diverse Strahlungsopfer erinnert denn an Degeneration. Gerade im Fall der Jüngeren wirkt das Ganze schon zu aufgesetzt, und die Maske ist zu offensichtlich. Es muss kein zweiter Kopf sein, aber angesichts eines so deutlichen Schadens, wie Teile dieser Familie ihn aufweisen, wären sie wirklich nicht einmal mehr fähig gewesen, das Säuglingsalter zu überleben, geschweige denn Jagd auf irgendwelche Außenwäldler zu machen.

Alles in allem bleibt ein eher auf den Schockmoment reduzierter Film, der vor sich hindümpelt, so dass man sich gegen Ende wirklich gelangweilt fragt, wie lange dieses Massaker denn noch dauert. Manchmal ist zuviel Splatter eben wirklich zuviel… (RSch)

Bei Amazon.de
Wrong Turn 2: Dead End