Asterix und die Wikinger

Originaltitel: Astérix et les Vikings

FSK: ab 6 Jahre
Laufzeit: 79 Minuten

Regie: Stefan Fjeldmark, Jesper Møller
Sprecher: Christian Tramitz, Smudo, Nora Tschirner, Götz Otto, Dieter Hallervorden

Produktion: Frankreich/Dänemark 2006
Produktionsfirmen: M6 (F), A Film (DK)
Produzent: Thomas Valentin

2006 kam der achte Asterix-Film in die Kinos, der auf dem Comic „Asterix und die Normannen“ (gezeichnet und geschrieben von Albert Uderzos und René Goscinnys) aus dem Jahre 1966 basiert.

Grautvornix, der Neffe des gallischen Häuptlings Majestix, kommt seinen Onkel besuchen. Der Vater des Teenagers möchte, dass sein Sohnemann bei den unbesiegbaren Galliern lernt ein wahrer Krieger zu sein. Die Ausbildung sollen Asterix und Obelix übernehmen, die beiden größten Helden des Dorfes. Leider hat Grautvornix keine große Lust ein Krieger zu werden und will lieber zurück in die große Stadt. Während Obelix den Teenager ins Herz schließt, rauft sich Asterix nur die Haare.

Zeitgleich bei den Wikingern: Der Seher Kryptograf erklärt seinen Leuten, dass Angst Flügel verleiht – und die Wikinger würden gerne fliegen. Leider kennen sie keine Angst und machen sich auf die Suche nach dem größten Angsthasen den es gibt. Die Tochter des Wikingerhäuptlings – ihr Name lautet Abba – schleicht sich an Bord des Drachenschiffs und reist mit nach Gallien. Denn, wie sollte es anders sein, entpuppt sich genau Grautvornix als größter Angsthase und soll den Wikingern Flugstunden geben.

Die Wikinger entführen nun Grautvornix, der verliebt sich in Abba, die wiederum soll Kryptografs Sohn Olaf heiraten, während Asterix und Obelix ihren entführten Schützling retten wollen – der Trubel beginnt …

Obwohl die Vorlage eher altbacken wirkt, haben sich die Regisseure Stefan Fjeldmark und Jesper Møller Mühe gegeben, alte und neue Zuschauer für sich zu gewinnen. So agieren klassisch gezeichnete Figuren in animierten Landschaften, schreitet die bekannte Handlung mit modernen Ideen voran – unter anderem führt das zu Girlpower oder auch einer SMS-Taube. Leider ist der Spagat etwas missglückt, was sich vor allem auch in den verkauften Kinotickets niederschlug – deren Verkaufszahlen liegen hinter den Vorgängern zurück, mit mehr als 600.000 Stück.

Das mag sicherlich daran liegen, dass der Humor abgegriffen wirkt und es keine neuen Eindrücke oder Einfälle gibt. Zwar ist „Asterix und die Wikinger“ ein spaßiger Film, der vor allem handwerklich überzeugt, aber der Streifen siedelt sich eher im Mittelfeld der Filmunterhaltung an. Schade, hier hätte man wohl mehr herausholen können.

Zeichnerisch gesehen kann „Asterix und die Wikinger“ nur punkten, doch wie sieht es mit der Synchronisation aus? Diese ist bei einem Zeichentrickfilm von großer Bedeutung und immerhin wurde eine Riege prominenter Sprecher für die deutsche Fassung verpflichtet: Christian Tramitz als Asterix, Tilo Schmitz als Obelix, Smudo als Grautvornix, Dieter Hallervorden als Kryptograf und Nora Tschirner als süße Abba.

Kurz gesagt: Die deutsche Synchronisation ist erstklassig und überzeugt auf der ganzen Linie. Die Sprecher waren hörbar mit großer Freude am Werk und beleben die Figuren. Die Schweizer Eidgenossen haben übrigens eine eigene Synchronfassung mit eigenen Sprechern spendiert bekommen. Auch eine nette Idee.

Wer einen lustigen Zeichentrickfilm mag, der kann bei „Asterix und die Wikinger“ getrost zugreifen. Der Film ist kurzweilige Abendunterhaltung, die Spaß macht und vor allem Kindern gefallen wird.

Die DVD-Fassung des Films ist handwerklich ebenso gelungen, wie der Streifen selbst. Wunderbare Bildqualität und erstklassiger Sound wissen zu überzeugen. Leider ist das Bonusmaterial eher unteres Mittelmaß. Zwar sind die ganzen Interviews mit den Sprechern informativ und unterhaltend, aber leider, leider, wurden große Interviews zu lauter kleinen Bonushäppchen zusammengeschnitten, die sich dann auch noch teilweise wiederholen. Na ja, niemand kann alles haben.

Unter dem Strich ist die Silberscheibe ebenfalls guter Durchschnitt und ein appetitlicher Happen für den heimischen DVD-Spieler.
(Günther Lietz)

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Asterix und die Wikinger