FSK: ohne Altersbeschränkung
Laufzeit: 115 Minuten

Regie: Francois Hemmen
Buch: Thomas Barichella, Arthur Qwak, François Hemmen

Produktion: Frankreich/Deutschland/China 2005
Produktionsfirmen: Futurikon
Produzent: Philippe Delarue

In der Zukunft der Menschheit ist nichts mehr wie es war …

… oder es könnte so sein. Die Erde wurde in unzählige Felsbrocken zerschlagen, die nun durch die Luft schweben. Die Menschheit fiel auf einen pseudomittelalterlichen Stand zurück und die seltsamsten Kreaturen bevölkern die neue Welt. Viele davon sind sogenannte Drachen, merkwürdige und oftmals hinterhältige Wesen, die gejagt und zur Strecke gebracht werden müssen.

Die beiden Freunde Gwizdo und Lian-Chu haben sich ganz der Drachenjagd verschrieben. Beide wuchsen in einem Waisenhaus auf und schlagen sich nun mehr schlecht als recht durchs Leben. Dabei ist Gwizdo ein von Geld besessener kleiner Kerl, während der Hüne Lian-Chu für die grobe Arbeit zuständig ist.

Beide sind bei der fülligen Jeanneline untergekommen, die ein Gasthaus besitzt und dort ihre kleine Tochter Zaza großzieht. Da Gwizdo und Lian-Chu bei ihr hoch verschuldet sind und eine feste Operationsbasis brauchen, sind sie dort Dauergäste.

Auf der Jagd werden sie von Hector begleitet, einem jungen, undeutlich sprechenden Drachen. Gemeinsam stellen sie in dieser französisch-chinesischen Zeichentrickserie den Monstern nach und erleben spannende Abenteuer.

Diese liefen bereits im Privatfernsehen auf Super RTL innerhalb der Toggo-Kinderreihe und sind nun auf DVD erschienen. „Dragon Hunters – Die Drachenjäger Vol. 1“ beinhaltet die ersten fünf Episoden und somit die Anfänge dieser erfolgreichen Serie, die in Frankreich Kult ist.

In „Die Drachenmutter“ arbeitet Lian-Chu seine Vergangenheit auf, als er sich nach einem Gedächtnisverlust einer Drachenmutter und ihren Jungen anschließt. Hector will dagegen „Leben wie ein Drache“, doch er muss erkennen, dass Gwizdo und Lian-Chu das Beste ist, was er bekommen kann. Sein Versuch sich einem Exemplar seiner Art anzuschließen, endet jedenfalls katastrophal.

Jeannelines älteste Tochter ist verschwunden. In „Auf der Suche nach Zoria“ spüren die Drachenjäger ihr nach, immerhin war sie Lian-Chus Schülerin und der Kämpfer fühlt sich verantwortlich. In „Rogers Rückkehr“ wird es ebenfalls sehr familiär, denn Zazas Vater Roger taucht unvermittelt auf – gejagt von einem feuerschleudernden Drachen. Auch hier steckt mehr dahinter, als man auf den ersten Augenblick glaubt.

Den Abschluss bildet die Episode „Der falsche Pater“, in der es Zaza schafft die Drachenjäger auf eine Mission zu begleiten, die sich als gefährlich erweist und mit einem überraschenden Ende aufwartet.

Die Geschichten sind spannend geschrieben und besitzen stets einen tieferen Sinn, das macht sie auch für ältere Semester sehenswert. Dabei ist bemerkenswert, das auf der DVD eine Empfehlung ab 6 Jahren gegeben wird, obwohl die Silberscheibe von der FSK mit keiner Altersbeschränkung freigegeben wurde. Respekt, hier nehmen die Produzenten ihre Verantwortung ernst. Und tatsächlich könnten zu junge Zuschauer von der Handlung leicht verwirrt werden. Vom richtigen verstehen mal ganz abgesehen.

Obwohl das Thema nie richtig zur Sprache kommt, besitzt der Tod in der Welt der Drachenjäger eine zentrale Rolle. So werden die Drachen regelrecht abgeschlachtet – und mit ihrem Tod Geld verdient – und setzen sich auch die Jäger selbst großer Gefahr aus und können ebenfalls sterben. Das geschieht auch, doch nur am Rande der gewollten Wahrnehmung. Die Macher der Serie gehen dabei möglichst subtil vor und verzichten auf entsprechende Sterbe- oder Metzelszenen.

Neben den spannenden und faszinierenden Geschichten in dieser mystischen Zukunftswelt, ist auch der darin vorkommende Humor sehr wichtig. Die Sprüche und Verhaltensweisen der Figuren sind immer sehr witzig und zum Kugeln, vor allem ihre oft lineare, aber dennoch erfrischende Art. Auch hier richtet sich der Spaß manchmal nur an ältere Zuschauer und einige Dinge sind für Kinder ungeeignet. Als Beispiel mag hier ausreichen, dass Jeanneline gerne mal scharfe Fleischmesser wirft, um ihren Standpunkt zu verdeutlichen.

Der Zeichenstil der Serie ist – zeitgemäß – asiatisch durchdrungen und wirkt mit seinem klaren Strich und der recht erdigen Kolorierung sehr erwachsen. Obwohl die Serie den meisten physikalischen Gesetzen trotzt, wirken die Ereignisse in sich logisch und sind nachvollziehbar. Das sorgt für eine konsistente Welt, die den Zuschauer einfach in ihren Bann zieht.

Die deutsche Synchronisation der Serie ist erstklassig und die Stimmen passend besetzt. Die Sprecher leisten gute Arbeit und man merkt ihnen Spielfreude an. Auch die Soundeffekte sind gelungen und passend, doch vor allem die Titelmusik ist der Hit, handelt es sich doch um das „Dragon Hunter’s Theme“ von der bekannten Band „The Cure“, das auf deren Song „Taking Off“ basiert. Leider gibt es nur die erste Strophe des Titellieds im Vorspann.

Während die erste Episode zusätzlich in der französischen Sprachfassung vorliegt, gibt es auf der DVD ansonsten nur deutsche Tonspuren. Alles in Dolby Digital 2.0, was doch leicht veraltet ist und tatsächlich mehr dem TV-Format entspricht, wie auch das 4:3-Bild selbst. Das Zusatzmaterial ist vernachlässigbar, da es sich weitgehend um Texttafeln zu Dingen handelt, die in den Episoden eh behandelt werden.

„Dragon Hunters – Die Drachenjäger Vol. 1“ ist der klasse DVD-Auftakt zu einer außergewöhnlichen Serie. Schade aber, dass das Medium DVD nur unzureichend ausgereizt wird.

(c) 2008 by Günther Lietz

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Die Drachenjäger – Staffel 1(Folgen 1-5)