Bei Amazon.deFreche Mädchen

Deutschland, 2008
Constantin Film, München, 18.12.2008
1 DVD im Amaray-Case, Jugendfilm, Komödie, Romantik, Laufzeit: ca. 99 Min., gesehen 1/09 für EUR 16.00
Extras: Interviews, Making of, Bonusfilme, Visuelle Effekte Showreel, Abschluss-Song Selina, Musikvideo Selina, Karaoke-Version Selina, Audiokommentar mit Ulrich Limmer und Maggie Pere
Altersfreigabe/FSK: 6
Bildformat:16:9, PAL, RC=2
Sprachen/Tonformat: Deutsch (DD 2.0,DTS 5.1)
Drehbuch: Elena Wegner
Darsteller: Emilia Schüle, Henriette Nagel, Selina Shirin Müller, Anke Engelke, David Rott, Armin Rhode, Christian Tramitz, Wilson Gonzales Ochsenknecht und andere
Musik: Oliver Bieler
www.constantin-film.de
www.frechemaedchen.film.de/

Schon seit einigen Jahren erscheinen die Romane der „Freche Mädchen“-Reihe, die einen neuen Stil von Jugendliteratur geschaffen haben. Die Autoren und Autorinnen nehmen sich durchaus der Themen an, die Mädchen zwischen elf und achtzehn Jahren interessieren, versuchen aber auch gleichzeitig, die Lebenswirklichkeit der Teenager in der jetzigen Zeit einzufangen und den jungen Leserinnen dabei ein starkes Selbstwertgefühl zu vermitteln, anstatt mit erhobenem Zeigefinger auf klassische Werte zu verweisen oder alte Traditionen zu verteidigen.

Im Jahr 2008 entschied man sich dazu, einer der beliebtesten Geschichten mit frischen jungen Darstellerinnen und erfahrenen Schauspielern, die zum größten Teil in der Comedy-Szene zu Hause sind zu verfilmen. Nicht einmal ein halbes Jahr später liegt der Film auch auf DVD vor.

Mila, Hannah und Kathi sind schon seit Jahren ein Herz und eine Seele. Sie halten in Freizeit und Schule zusammen und versuchen, einander bei allen Problemen zu helfen, sei es nun gegenüber den stressigen Lehrern, die nur da zu sein scheinen, um sie mit komplizierten Diktaten und unlösbaren Matheaufgaben zu quälen. Hin und wieder braucht Kati, die sich sehr leicht verliebt, auch Trost, wenn der Kummer wieder einmal zu stark wird, weil sich der betreffende Junge als Niete erwiesen hat.

Mila ist ganz zufrieden mit dem, was sie hat, auch wenn sie den etwas schüchternen Markus süß findet. Aber ihr reichen schon die Eskapaden ihrer chaotischen Mutter, die selbst von Mann zu Mann pendelt und sich irgendwie für niemanden entscheiden kann.

Dann wird die Deutschlehrerin schwanger, und der junge Referendar Pit Winkler übernimmt den Unterricht in der Klasse. Mila verliebt sich auf den ersten Blick in ihn, fällt aber aus allen Wolken, als sich der junge Mann ein paar Wochen später als der neue Freund ihrer Mutter erweist.

Gerade in dieser schwierigen Zeit zeigen sich ihre Freundin als keine große Hilfe, denn Sportskanone Hanna verkracht sich wegen eines Castings mit ihrem Freund Branko und ist selbst untröstlich, Kati verliebt sich in den charmanten Brian, der aus einem Gedicht von Mila einen Song für seine Band gemacht hat und den Ursprung ganz verleugnet…

Und dann sind da noch die Emails des geheimnisvollen ‚Pegasus’, der ein besonderes Interesse an ihr zu haben scheint und sie mit vagen Andeutungen und romantischen Gedichten betört. Mila weiß bald gar nicht mehr, wo ihr der Kopf steht.

„Freche Mädchen“ ist ein liebenswerter deutscher Jugendfilm, der den Stil und die Atmosphäre der Bücher gelungen einfängt. Im Mittelpunkt stehen die drei Freundinnen, die mit typischen Problemen zu kämpfen haben – den Eskapaden ihrer Eltern, den Wünschen und Anordnungen ihrer Lehrer, stressigem Stoff in der Schule und nicht zuletzt den verwirrenden neuen Gefühlen, die die erste Liebe so mit sich bringt. Ebenso kommen die Hoffnungen, Wünsche und Träume zum Vorschein, die verborgenen Ängste und Enttäuschungen, die jeder in dem Alter schon einmal gehabt haben dürfte. Dementsprechend treten auch die Erwachsenen in diesem Film auf. Sie benehmen sich genau so, wie die Schüler sie empfinden – als schrullige, alte Böcke, die den Teenagern die Schönheit der Mathematik in den Kopf prügeln wollen und nur Hohn und Spott für den übrig haben, der ihren Ausführungen nicht folgen kann. Milas Mutter ist ein gutes Beispiel für die Peinlichkeiten, die sich die eigenen Eltern manchmal erlauben. Auch die Jungen haben so ihre Eigenarten und Tücken, die man erst einmal begreifen und durchschauen muss, was auch nicht so einfach ist.

Heraus kommen 99 kurzweilige Minuten, die auch Erwachsene immer wieder schmunzeln und kichern lassen, kleine Einblicke in die Lebenswelt der Teenager geben und durch das typische Wahrzeichen – die Schwebebahn – klar in der Stadt Wuppertal angesiedelt sind, was zusätzliche Aha-Erlebnisse bietet, wenn man die gezeigten Ecken kennt.

Der Film besitzt sehr viel Humor, ohne dabei albern zu wirken, die Schauspieler sind bei der Sache und agieren glaubwürdig, so dass man niemals den Faden verliert oder sich zu langweilen beginnt.

Über die Ausstattung und Qualität der Kaufversion kann allerdings keine weitere Aussage gemacht werden, da hier nur ein Pressemuster vorlag.

Das macht „Freche Mädchen“ zu einem herausragenden Jugendfilm und einer herzerfrischenden Komödie aus deutscher Feder, den man sich ruhig gönnen sollte. (CS)

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