Hautnah – Die Methode Hill
Wire in the Blood
Staffel 2

Produktionsland: Großbritannien
Produktionsjahr: seit 2002
Episodenlänge: etwa 80–100 Minuten
Originalsprache: Englisch
Darsteller: Robson Green (Dr. Tony Hill), Hermione Norris (DCI Carol Jordan)

Bittere Tränen
Psychologe Doktor Tony Hill (Robson Green) rollt einen seiner alten Fälle auf. Er versucht die Kindesmörderin Maggie Thomas (Elaine Claxton) zu überreden, den Ort zu verraten an dem sie ihre Opfer begrub. Dabei wird er durch die Psychologiestudentin Laura Webster (Amber Batty) abgelenkt, deren Freundin Hattie Davis (Caitlin Mottram) ermordet wurde. Tony bewegt sich nun zwischen zwei Fällen, die für ihn immer persönlicher und emotionaler werden. Schlussendlich ist genau er es der im Gefängnis einsitzt, während sich der Mörder Hatties ein Spiel mit Detective Chief Incpector Carol Jordan (Hermione Norris) liefert …

Die Finsternis des Lichts
Nahe des Norton Hotels in Bradfield werden fünfhundert Jahre alte Gebeine entdeckt. Doch bei dem historischen Fund liegen auch Knochen jüngeren Datums. Scheinbar nutzt ein Serienmörder diese Stelle, um seine Opfer zu verscharren. Als das Norton Hotel in Flammen aufgeht, fällt der Verdacht auf Hoteldirektor John Ruff, der während dem anschließenden Verhör stirbt. Plötzlich ist die Rede von Hexenverbrennung und Foltermethoden aus dem Mittelalter. Carol Jordan gerät mächtig unter Druck, während sich Tony Hill mit dem scheinbar Übernatürlichem konfrontiert sieht …

Das Recht zu Schweigen
Nach einem Mord wird der einflussreiche und stadtbekannte Kriminelle Gavin Cochran (Christopher Fulford) in U-Haft genommen. Während die Ermittlungen gegen ihn im vollen Gange sind, geschieht ein weiterer Mord nach dem gleichen Muster. Erneut weisen alle Beweise auf Cochran hin, was eigentlich kaum sein kann. Tony Hill und Carol Jordan haben dabei recht verschiedene Ansichten über den Schuldigen. Tony vermutet einen anderen Drahtzieher und findet heraus, dass die Brandzeichen auf den Toten eine Art Signatur sind, ein Hinweis. Für Hill kommt nun eine ganz andere Person als Täter in Betracht, eine Person, der man nichts nachweisen kann …

Ich bin dein Erlöser
Schwer verletzt wird Cindy Benson ins Krankenhaus eingeliefert. Ihr Ehemann gilt als dringend Tatverdächtig und wird von Tony Hill psychologisch untersucht. Der Verdacht erhärtet sich immer weiter – da verstirbt Cindy Benson im Krankenhaus. Bei der Autopsie wird festgestellt, dass sie  getötet wurde; irgend jemand ermordet kranke Menschen. Dabei reicht der Kreis der Verdächtigen sehr weit: Gerichtsmediziner, Reinigungspersonal und arabische Extremisten. Alles scheint möglich. Zu allem Übel wird Tony Hill beruflich heftig unter Druck gesetzt …

Basierend auf den Büchern von Bestsellerautorin Val McDermid produzierte die englische ITV diese Kriminalfilmserie, in der sich alles um die Fälle des Psychologen Doktor Tony Hilly dreht. In Deutschland wurde die Serie erstmals im ZDF ausgestrahlt und liegt nun auch als DVD-Box vor. Jede Box beinhaltet eine vollständige Staffel, die wiederum aus vier Episoden besteht. Auf Grund der sehr hohen Produktionskosten von oftmals bis zu 750.000 £, gibt es nur sechs Staffeln der Serie. Schade, denn die hohen Produktionskosten sind durchaus gerechtfertigt.

Bei „Hautah – Die Methode Hill“ stehen spannende Themen und überraschende Wendungen im Vordergrund. Doch jede einzelne Folge wird von der Psyche des Täters geprägt, ist dadurch stets anders und zieht den Zuschauer in seinen Bann. Das ist in der zweiten Staffel natürlich ebenfalls so. Den besonderen Reiz machen dabei die Charaktere aus, die gerne mal polarisieren.

Da wäre erst einmal Tony Hill, um den die Serie aufgebaut ist. Er doziert an der Universität, leistet für die Polizei hervorragende Arbeit und ist privat mit Carol Jordan auf einer Wellenlänge. Leider geht Hill obsessiv an seine Fälle heran. So kann er sich die Namen seiner Studenten kaum merken und übersieht Anzeichen persönlicher Annäherung und Enttäuschung. Für ihn bedeutet die Aufklärung der Morde, das Verhindern weiterer Straftaten und der Schutz Unschuldiger alles. Er verliert sich in seinen Ermittlungen und Analysen, ist bereit Grenzen zu überschreiten.

Diese Charakterrolle wird von Darsteller Robson Green hervorragend transportiert. Green erweckt Hill zum Leben, macht ihn greifbar, spürbar. Sein Spiel ist sehr emotional und überzeugend. Der Zuschauer wird förmlich in Hills Gedankenwelt hineingesogen, was oftmals visuell unterstützt wird. Vor allem Hills Selbstgespräche – auch wenn andere Personen ihn umgeben – sind grandios.

Im Gegensatz dazu steht die Polizistin und Ermittlerin Carol Jordan, gespielt von Hermione Norris. Sie liebt ebenfalls ihren Job, ist aber viel pragmatischer und hält sich streng an die Regeln. Carol versucht Risiken gering zu halten und sieht ein, dass manchmal ein Schritt zurück doch zwei Schritte vor bedeuten kann. Das endet oft in einem Konflikt mit Tony, trotzdem fühlen sich beide miteinander verbunden. Hermione Norris gelingt es hervorragend die Rolle mit Leben zu erfüllen und glaubhaft wirken zu lassen. Green und Norris sind ein traumhaftes Duo. Beide Schauspieler ergänzen sich hervorragend und sorgen somit für eine sehr persönliche Note.

Als dritten Hauptdarsteller kann jeweils der Täter angeführt werden. Er tritt selten sofort in Erscheinung, manchmal erst ganz zum Schluss. Trotzdem ist er stets präsent, wird sein Charakter durch Hills Analysen fein skizziert und das Umfeld durch Jordans Ermittlungen langsam aufgedeckt. Der Täter ist meist lange Zeit visuell eine unbekannte Größe, doch seine Motive, seine Ziele, werden stetig enthüllt und bieten sich dann schonungslos dem Zuschauer dar. Diese Vorgehensweise sorgt für ein grandioses Spannungserlebnis.

„Hautah – Die Methode Hill – Staffel 2“ ist exzellente Kriminalfilmunterhaltung auf hohem Niveau. Überraschend, spannend und immer nahe am Menschen – erstklassig!
(Günther Lietz)

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