inspector-barnaby-05Inspector Barnaby Vol. 5

Länge: 400 Min. (PAL)
FSK: 12 Jahre
Produktionsjahr: 2000
Herstellungsland: Großbritannien
Erscheinungsdatum: 28.08.2009
Vertrieb: edel motion
Tonspuren: deutsch 2.0, englisch 2.0 englisch 2.0
Regie: Jeremy Silberston
Schauspieler: John Nettles, Daniel Casey, Jane Wymark, Laura Howard, Barry Jackson, Renée Asherson, Rosalie Crutchley, Jonathan Firth, Emily Mortimer, Julian Glover, Selina Cadell, Christopher Villiers

Die fünfte Barnaby-Box aus dem Hause Edel Motion wartet für Fans der Serie mit einem kleinen Tiefschlag auf. Der leicht schusselige und beliebte DS Gavin Troy (Daniel Casey) nimmt nach zwei Episoden seinen Hut und macht Platz für DS Dan Scott (John Hopkins) der von jetzt an als treuer Assistent von DCI Tom Barnaby (John Nettles) agiert.

Doch zuerst zieht das bewährte Duo in den Kampf gegen das Verbrechen. In „Das Haus des Satans“ scheint der Teufel persönlich seine Finger im Spiel zu haben. Immerhin wird ein bekannter Schauspieler just bei der Eröffnung eines Horror-Freizeitparks in die Luft gesprengt. Oder sind doch irdische Verwicklungen das wahre Motiv …?

Die Kriminalfilmserie „Inspector Barnaby“ zeichnet sich durch ihre skurrilen Figuren und Morde in ländlicher Idylle aus. Der Einstieg der Box schlägt in diese Kerbe hinein und zeigt sofort spannend und gleichzeitig humorvoll, wie eine höllisch gute Episode bei Barnaby aussieht.

Auch in „Blut ist dicker“ geht es zuerst gruselig zu. Besonders brisant ist die Situation, weil Barnabys Frau Joyce (Jane Wymark) dabei ist, als bei einem Tunneleinsturz historische Knochen und auch etwas jüngere Gebeine gefunden werden. Und wie steht der Obdachlose Tom damit in Verbindung …?

In dieser Episode geht es familiär zu und Barnabys Privatleben nimmt mehr Einfluss in die Handlung als bisher. Seine Frau Joyce und seine Tochter Cully (Laura Howard) sind involviert und tragen zum Fall bei. Das ist spannend umgesetzt und sorgt dafür, dass sich der Zuschauer noch mehr mit der Hauptfigur verbunden fühlt. Er teilt neben dem Berufsleben, auch noch verstärkt Privates mit Barnabys. Der zudem den Fall auflöst und bei dessen Abschluss eine andere Seite seiner Persönlichkeit zeigt. Die damit zugehörige Dramatik ist sehr bewegend.

Trotz der zu erwartenden Todesfälle geht es in „Der Club der toten Autoren“ auch recht humorvoll zu – wie der Titel in Anlehnung an „Der Club der toten Dichter“ bereits vermuten lässt. Tom Barnaby gerät mit seiner Tochter aneinander, da sie – in den Augen des Vaters – den falschen Mann liebt und auf einem Literatur-Festival entwickeln sich die Ermittlungen anders als gedacht. Vor allem die Mordverdächtigen scheinen in keine Schublade zu passen – und da ist auch noch der neue Mann an Barnabys Seite: Dan Scott …

Es ist bedauerlich, dass Daniel Casey das Boot verlässt. Seine Darstellung des leicht schusseligen und durchaus naiv liebenswerten Assistenten Gavin Troy war stets hervorragend und sorgte in der Serie für gute Laune.Es ist natürlich ein trauriger Abschied und John Hopkins tritt ein schweres Erbe an. Glücklicherweise unterscheiden sich Troy und Scott, sind eigenständige Persönlichkeiten. Die Produzenten versuchen also keinen Ersatz zu finden, sondern bringen eine neue Farbe ins Bild.

Die eindringlichste Episode der Box ist eindeutig „Brennen sollst du!“. Auf einem Traditionsfest entzündet die Lehrerin Liz Francis eine riesige Strohpuppe. Was als großer Spaß anfängt, endet in einem grausigen Mord. Der Geistliche des Dorfes wird zum Opfer und bei lebendigem Leibe verbrannt. Schnell hat die Bevölkerung eine Schuldige ausgemacht und es beginnt eine wahre Hexenverfolgung. Wer sonst außer einer Hexe sollte denn auch in der Lage sein dafür zu sorgen, dass Menschen ohne Zutun in Flammen aufgehen …?

Bereits der Einstieg in die Episode ist fesselnd und grausig dramatisch zugleich. Oft sterben die Opfer für den Zuschauer unsichtbar oder kippen einfach tot um, doch diesmal ist man dabei, sieht den Anfang vom Ende. Die erste Todesszene presst einen regelrecht in den Sessel und zeigt, dass es jetzt besonders heftig wird. Nicht umsonst stehen die Geschichten aus der fiktiven Midsomer-Gemeinde für packende und spannende Unterhaltung, in der es auch oft mysteriös zur Sache geht. „Brennen sollst du!“ ist da ein passender Vertreter – immerhin gibt es einige spontane Selbstentzündungen.

Auch diesmal warten die vier DVDs in der Box mit guter Unterhaltung auf. Die Darstellung von Tom Nettles ist herrlich. In John Hopkins hat er zudem einen weiteren Partner, mit dem er sein Charakterspiel vertiefen kann. Dass Barnabys kleine Familie eine größere Rolle zugesprochen bekommt, erweitert erwartungsgemäß die schauspielerische Möglichkeit und verleiht der Person zusätzliche Facetten. Aber natürlich agieren auch Nettles Kollegen auf hohem Niveau und sorgen dafür, dass die Handlung jeweils wie aus einem Guss wirkt. Hier macht das Zuschauen und Miträtseln unglaublichen Spaß.

Die vier Episoden liegen in Englisch und Deutsch vor, jeweils Dolby Digital 2.0. Beide Tonspuren sind klar und kommen gut herüber. Die deutsche Synchronisation ist hervorragend. Zudem hat es noch ein wenig Bonusmaterial auf die Silberscheiben geschafft. Leider handelt es sich nur um eine Fotogalerie und eine Trailershow. Auf diesen angeblichen Bonus kann man jedoch getrost verzichten.

„Inspector Barnaby, Vol. 05“ ist eine überzeugende und sehr unterhaltsame Box, die sich jeder Kriminalfilmfan ansehen sollte. Hier wird erneut beste britische Unterhaltung geboten. Hervorragend!

Copyright (c) 2009 by Günther Lietz

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Inspector Barnaby Vol. 5