Die Story dieser kleinen Gaunerkomödie ist schnell erzählt:

Michael McCrea (Cillian Murphy) steht bei Kredithai Darren Perrier (Brendan Gleeson) in der Kreide und hat prompt zwei von dessen Schlägern auf den Fersen. Bleibt Michael zahlungsunfähig, wollen sie ihm die Knochen brechen. Kurz vor Vollendung der Tat erschießt Michaels Nachbarin Brenda (Jodie Whittaker) einen der Schläger – mit Michaels Pistole. Eigentlich wollte sie sich selber erschießen, denn Brendas Freund hat mit ihr Schluss gemacht.

Perrier ist ziemlich wütend und lobt ein Kopfgeld auf Michael aus, der nun mit Brenda auf der Flucht ist. Zudem schließt sich noch Jim McCrea (Jim Broadbent) den Flüchtigen an, Michaels Vater. Jim hat nur noch kurz zu leben und sucht deswegen die Nähe zu Michael …

Die Geschichte ist im Grunde ziemlich abstrus. Da haben wir den verschuldeten Underdog, seinen dem Tode geweihten Vater und die hübsche Nachbarin, die erst noch die wahre Liebe entdecken muss. Im Grund auch schon ziemlich altbacken, aber dennoch gewinnt Regisseur Ian Fitzgibbon aus dieser schwarzen Komödie eine Portion Unterhaltung. Zwar sind die meisten der Elemente bekannt und die Handlung oft vorhersehbar, aber der schwarze Humor, die Ironie und der Zynismus schieben den Film ordentlich an. Somit kommt der Streifen ins Rollen und das Hauptdarsteller-Trio kann den Zuschauer mit auf eine amüsante Fahrt nehmen.

Überhaupt lebt der Film vor allem von seinen Darstellern. Zwar stellt Darren Perrier den Namensgeber für den Film, ist aber im Grunde genommen ein cooler Gangsterboss, der von kleinen Lichtern umgeben ist. Seine schwulen Schläger bilden hier einen tollen Kontrast zur üblichen Gaunervisage und auch den bekannten Klischees über Homosexuelle. Das macht richtig Laune.

„Kopfgeld – Perrier’s Bounty“ ist beileibe kein großes Hollywoodkino, aber seine Darsteller können sich sehen lassen. Sie sind regelrechte Charakterköpfe und hinterlassen einen guten Eindruck. Zwar walzt die Story selbst meist nur langsam dahin, aber schlussendlich gibt das den Schauspielern genau die Zeit, die sie zum Entwickeln der Rolle brauchen. Vor allem die Rolle des Jim McCrea ist mit Jim Broadbent („Harry Potter und der Halbblutprinz“, „Tintenherz“) hervorragend besetzt. Im Grunde stiehlt er seinen beiden Kollegen beinahe die Schau. Aber nur beinahe, denn das Gespann  Cillian Murphy („Inception“, „TRON: Legacy“) und Jodie Whittaker („Die Girls von St. Trinian“, „The Kid“) entwickelt seine ganz eigene Dynamik. Hier wirken vor allem die Gefühle authentisch, regelrecht aus dem Leben gegriffen – trotz der etwas verrückten Konstellation.

Wer eine kleine Komödie mit schwarzem Humor, einer Liebesgeschichte und verdrehten Rollen sucht, der ist mit „Kopfgeld – Perrier’s Bounty“ gut bedient. Die Geschichte macht Spaß und kommt mit frischen Ideen daher. Vor allem die Charakterdarsteller machen den Streifen zu einem kleinen Geheimtipp!

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Kopfgeld – Perrier’s Bounty

Originaltitel: Perrier’s Bounty
Produktionsland: UK 2009
Laufzeit: 88 Minuten
Verleiher: Ascot Elite Home Entertainment GmbH
Altersfreigabe: 16
Bildformat: 2.4:1 Widescreen
Extras: Interviews, Featurette, Beim Dreh, Originaltrailer, Trailershow
Untertitel: Deutsch
Ton: Deutsch, DTS; Dolby Digital 5.1, Englisch, Dolby Digital 5.1

Regie: Ian Fitzgibbon
Drehbuch: Mark O’Rowe
Darsteller: Brendan Gleeson, Cillian Murphy, Jim Broadbent

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