Verleih: SUNFILM Entertainment
Land/Jahr: Frankreich, 2007
Produktionsfirmen: Imperia Films
Produzenten: Cédric Jiminez
Regie: Franck Vestiel
Drehbuch
: Pierre Bordage
Darsteller: Clovis Cornillac; Vimala Pons, Zohar Wexler
Kamera: Thierry Pouget
Musik: Alex Cortés, Willie Cortés
Produktionsdesign: Jean-Philippe Moreaux
Make Up Spezialeffekte: Jean-Christophe Spadaccini
Kostüme: Rachel Quarmby
Kinostart: 14. November 2008
Laufzeit: 101 Minuten
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Web-Link: www.edenlog.de

Im finstersten Loch einer Höhle oder Grotte erwacht ein halbnackter Mann in eisiger Kälte. Er zittert, nass, in zerrissene Fetzen gehüllt und scheint nicht zu wissen, wo er sich befindet, geschweige denn, wie er dort hinkam. Kaltes, flackerndes Licht und seltsame mechanische Geräusche lassen in der Ferne Maschinen vermuten.

Er rappelt sich auf, tappt in fast völliger Dunkelheit umher und sucht nach einem Ausweg aus seiner Misere. Meter für Meter schleppt er sich voran, stößt auf zurückgelassene Kleidung und versorgt sich notdürftig. Scheinbar ist er in einer unterirdischen Anlage, da er auf viele – teilweise auch zerstörte – Einrichtungen, Gegenstände und Räumlichkeiten trifft, wie sie in Minen und Bergwerksstollen üblich sind. Sein Instinkt – oder sein verschüttetes und bruchstückhaft zurückkehrendes Wissen – führen ihn nach oben…

Etage für Etage schleicht er sich nach oben, von verwachsenen Kreaturen umgeben, die gefährlich wirken und sich noch auf Abstand von ihm halten. Er stößt auf Wurzelstränge, welche in mechanischen Halterungen hängen, beschädigte Computer- und Kommunikationsanlagen, die er teilweise reaktivieren kann. Ihren Informationen zufolge gehören die Wurzeln zu einer riesigen Pflanze, einem gigantischen Baum, der genährt werden muss. Zu welchem Zweck verschließt sich ihm noch, aber er trifft bald auf die Art Nahrung, die der Baum von menschlichen Wächtern bekommt: Menschen. Sie hängen im Wurzelgeflecht und werden scheinbar angezapft, bis sie nichts mehr haben, was sich abzapfen ließe.

Seine Erinnerung und die spärlichen Aufzeichnungen offenbaren, dass er einer der Wächter der Anlage ist oder war. Doch was hatte er dann auf der niedrigsten Ebene von Eden Log zu suchen… Und was sind diese Kreaturen, die ihm näher kommen? Und wo kommen sie her?

Es wird nicht viel gesprochen in Eden Log. Mit wem auch, die wenigen Menschen, auf die Tolbiac, der einsame Wächter stößt, sind nicht in der Lage, viel mit ihm zu bereden. Leider verschließt sich mir die Logik hinter dem Plot. Ohne viel verraten zu können, sei hier das Geheimnis gelüftet: Die Menschen dienen dem Baum als Nährstoff, der Baum zapft ihnen die Lebensenergie ab, um sie oben an der Oberfläche an die Menschheit abzugeben. Dummerweise sondert der Baum auch noch eine Substanz ab, welche die Infizierten zu oben erwähnten Kreaturen mutieren lässt. Der Baum vernichtet also seine eigene Nahrungsquelle: sehr schlau.

Ebenso muss man sich fragen, was das für ein Energiesystem sein soll, dass menschliche Energie abzapft, um sie oben an Menschen weiterzugeben, nur damit die Licht und Strom für ihre Maschinen haben. Dieser eine Baum kann’s ja wohl nicht alleine packen, also eine Vielzahl von Bäumen, die effektiver sein sollen als Wind, Wasser, Solar oder Atom? Und dies auf Kosten von Menschen, die dabei zu Grunde gehen?

Naja, man ist einiges gewohnt, ärgerlich ist für mich nur, dass so ein schwacher Film, das Etikett Science-Fiction aufgedrückt bekommt und zum immer noch negativen Ruf des Genres seinen Beitrag leisten wird. Wer sich aber an der fehlenden Logik nicht stört, erlebt einen beklemmenden Film, der schwachen Geistern vielleicht eine unruhige Nacht bescheren und das ungetrübte Erlebnis eines Waldspazierganges verleiden wird. Ansonsten ist der Streifen handwerklich sauber gemacht.

(c) 2009 by Werner Karl

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