FlashForward – Die komplette Serie

Format: Dolby, PAL
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1), Französisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Niederländisch, Türkisch, Arabisch
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
Anzahl Disks: 6
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: ABC Studios
Produktionsjahr: 2010
Spieldauer: 941 Minuten
Erscheinungstermin der DVD-Box: 14. Oktober 2010

Regisseure: David S. Goyer, Nick Gomez, Michael Nankin, Bobby Roth, Michael Rymer
Produktion: Brannon Braga, David S. Goyer
Idee: Robert J. Sawyer
Musik: Ramin Djawadi
Darsteller: Joseph Fiennes (Mark Benford), John Cho (Demetri Noh), Jack Davenport (Lloyd Simcoe), Zachary Knighton (Dr. Bryce Varley), Peyton List (Nicole Kirby), Brían F. O’Byrne (Aaron Stark), Courtney B. Vance (Stanford Wedeck), Sonya Walger (Dr. Olivia Benford), Christine Woods (Janis Hawk)

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Am 6. Oktober 2009 fällt die Weltbevölkerung für genau 137 Sekunden in Ohnmacht. In diesen etwas mehr als zwei Minuten durchleben alle Menschen Visionen. Nach dem sie aus dem Blackout erwachen, herrscht erst einmal Chaos in der Welt. Mehr als zwanzig Millionen Menschen ließen ihr Leben.

Das FBI bildet eine Arbeitsgruppe, die sich mit diesen Visionen beschäftigen soll. Und schnell stellt sich heraus, dass es sich um Blicke in die Zukunft handelt. Eine Zukunft, die am 29. April 2010 um 22:00 Uhr eintritt (am 30. April 2010 nach Weltzeit). Die Welt hat sich mit einem Schlag verändert.

Doch woher kam dieser Blackout? Was hat die sogenannten FlashForwards provoziert? Was haben die Menschen gesehen? Ist die Zukunft zu ändern? Um diese Fragen zu beantworten, gründet das FBI im Internet die Mosaik-Sammlung. Aus aller Welt können die Menschen hier ihre Zukunftsvisionen eintragen. Doch einige Leute hatten keine Vision und das bedeutet angeblich, dass diese Menschen am 29. April tot sein werden.

Leiter der Arbeitsgruppe ist FBI-Agent Mark Benford, in dessen Ehe es kriselt. Vor allem da er in seiner Vision seine Frau mit einem anderen Mann sah. Ein Mann, den zu Beginn niemand kennt, der dann tatsächlich in Benfords Leben einschlägt wie eine Bombe. Zudem scheint es auf der ganzen Welt eine einzige Person zu geben, die während dem Blackout wach war. Auch das wirft neue Fragen auf.

Es beginnt eine Jagd um den ganzen Globus, um die offenen Fragen zu beantworten. In einer sich veränderten Welt die glaubt die Zukunft zu kennen, sucht Benford nach Antworten, bangt um seine Ehe und sieht sich plötzlich Feinden gegenüber, die ihm bisher unbekannt waren …

Die Serie wurde von Brannon Braga („24“) und David S. Goyer („The Dark Knight“) produziert. Eigentlich war „FlashForward“ für HBO geplant, landete dann schlussendlich doch beim US-Fernsehsender ABC. Der Sender suchte nach einem erfolgreichen Nachfolgeformat, da der Quotenhit „LOST“ zu jenem Zeitpunkt mit der sechsten Staffel endete. „FlashForward“ schien genau die richtige Serie zu sein, um das Zepter der Mysteryserien zu übernehmen.

Die Serie startet auch entsprechend stark und zeichnet ein überzeugendes Bild nach dem Blackout. Überall sind Flugzeuge abgestürzt, gab es Unfälle, Tote, Verwirrung und Chaos. Das ist sehr überzeugend. Auch die Bilder und die Kamerafahrten sind einfach großartig, ebenso der Szenenaufbau. Noch hat niemand eine Ahnung was geschehen ist, steckt alles voller Mystery.

Nun werden die meisten der Hauptfiguren vorgestellt. Auch das gelingt sehr gut. Schnell wachsen die Charaktere dem Zuschauer ans Herz. Ebenso wie „LOST“, will auch „FlashForward“ den Fokus auf die Charakterentwicklung legen. Eine gute Idee, doch nach den starken ersten Folgen verliert die Serie plötzlich an Rasanz. Die Handlung beginnt zu stagnieren und es findet keine tatsächliche Entwicklung der Figuren mehr statt. Für den Zuschauer wird spürbar, dass es hinter den Studiomauern zum Zeitpunkt der Dreharbeiten ordentlich rumpelte. Dennoch machte ABC die Staffel voll und orderte auch eine Fortsetzung.

Und siehe da, nach einem lahmen Mittelteil fängt sich die Handlung plötzlich, zieht an, legt zu. Es geht wieder straff voran, werden bekannte Figuren in ein neues Licht gerückt und erfahren endlich eine Weiterentwicklung. Dabei verliert die Serie jedoch langsam die Mystery aus den Augen, bietet eine pseudowissenschaftliche Erklärung für das Geschehene. Oder glauben die Menschen einfach nur an diese Erklärung, während irgendwo im Dunkeln die Wahrheit lauert? Diese Frage findet in der ersten Staffel keine abschließende Antwort. Stattdessen wird dem Zuschauer ein gewaltiger Klippenhänger (Cliffhanger) geboten, der ungeheuren Appetit auf die zweite Staffel macht. Aber die gab es nie.

ABC hat Produzenten, Autoren und Darsteller mit runtergelassenen Hosen erwischt. Von einem zum anderen Augenblick wurde das Ende der Serie verkündet. Zu so einem späten Zeitpunkt, dass keine Möglichkeit blieb das Ende anders zu gestalten oder gar finale Antworten zu geben. Nun, mit einem etwas besseren Schnitt wäre das Staffelfinale vielleicht runder geworden, aber auf keinen Fall zufriedenstellend.

„FlashForward“ folgt damit vielen guten Serien, die dieses Schicksal erlitten. Als Beispiel mögen „Fyerfly“ und „Deadwood“ gelten, die schlussendlich eine große Fangemeinde hinter sich vereinten. Eine wachsende Fangemeinde könnte allerdings auch „FlashForward“ dienlich sein, denn international feiert die Serie große Erfolge. Es hat sich herumgesprochen, dass Anfang und Ende der Serie den misslungenen Mittelteil aufwiegen. Dieser ist nämlich noch leidlich unterhaltsam, wenn auch zäh wie ein altes Kaugummi. Die Mittelfolgen sind jedoch nur von marginaler Bedeutung für die Haupthandlung und können getrost ignoriert werden. Alles andere ist jedoch ein Knaller und einfach gelungene Unterhaltung.

Neben den Produzenten sind nämlich auch die Darsteller ein Garant für die gute Leistung. Sobald sie von der Leine gelassen werden, jagen sie los und toben sich aus. Das ist einfach genial, denn die Regisseure haben das tatsächlich gemacht und ließen die Darsteller ihre Rollen teilweise mitbestimmen. Zudem galt – ähnlich wie bei „LOST“ – auch hier eine hohe Geheimhaltung und wusste meistens niemand so recht, wie alles weiterging. So sind die plötzlichen Wendungen nicht nur für die Figuren überraschend, sondern auch für die Darsteller. Selbst beim Tod einer Figur wurde Rücksicht auf die Schauspieler genommen. Eine solch aufwändige Produktion, ein solch respektables Team, eine solch tolle Serie, hat einfach eine Fortsetzung verdient.

Die DVD-Box enthält nun auf sechs Disks die – wohlgemerkt – komplette Serie. Immerhin gab es ja nur eine Staffel und im Gegensatz zum Serieninhalt, kann niemand in die Zukunft sehen. „FlashForward – Die komplette Serie“ kommt in einem dünnen Pappschuber daher, in dem eine stabile Plastikbox steckt. Leider zeigt die Box ebenfalls das hässliche grüne FSK-Logo. Und obwohl die Box aus transparentem Plastik besteht, gibt es kein Wendecover. Das ist sehr schade.

Box und Disks sind jedenfalls schick gestaltet und auch technisch kommt „FlashForward – Die komplette Serie“ sehr gut daher. So liegen die Tonspuren in Englisch, Deutsch und Französisch in Dolby Digital 5.1 vor. Der Klang ist sehr gut und dringt satt aus den Boxen. Auch die deutsche Synchronisation ist sehr gelungen und wird der Tonspur vollkommen gerecht. Zudem liegen Untertitel in mehreren Sprachen vor.

Auch das Bild der DVDs ist hervorragend und macht Laune. Im Format 16:9 kommt richtige Kinostimmung auf, vor allem in den aufwändigen Actionszenen. Mehr als einmal gleicht „FlashForward“ mehr einem Film als einer Serie.

Das Bonusmaterial der Box ist ebenfalls hervorragend. Neben dem obligatorischen Making of gibt es Interviews, Pannen, Zusatzszenen, Audiokommentare und vieles mehr. Dabei wirkt alles sehr natürlich und faszinierend. Das Bonusmaterial ist übrigens englischer Originalton mit deutschem Untertitel.

„FlashForward – Die komplette Serie“ ist eine tolle Serie, deren schwacher Mittelteil erträglich ist. Sie ist technisch sehr gut gemacht und überzeugt auch als DVD-Box. Eine klare Empfehlung!

Copyright © 2010 by Günther Lietz

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