Bei Amazon.deX-Men Origins: Wolverine

Verleih: Fox
O-Titel: X-Men Origins: Wolverine
Land/Jahr: USA 2009
Produktionsfirmen: Donners‘ Company, Marvel Enterprises, Seed Productions, Twentieth Century-Fox Film
Produzenten: Hugh Jackman, John Palermo, Lauren Shuler-Donner
Koproduzenten: Louis G. Friedman
Ausf. Prod.: Avi Arad, Stan Lee
Regie: Gavin Hood
Drehbuch: David Benioff, Stan Lee
Darsteller: Hugh Jackman (Logan/Wolverine), Danny Huston (William Stryker), Ryan Reynolds (Wade Wilson/Deadpool), Liev Schreiber (Victor Creed/Sabretooth), Dominic Monaghan (Barnell Bohusk/Beak), Lynn Collins (Silver Fox), Will.I.Am (Wraith), Daniel Henney (David North/Agent Zero), Kevin Durand (Frederick J. Dukes/The Blob)
Kamera: Donald M. McAlpine
Schnitt: Nicolas de Toth, Megan Gill
Musik: Harry Gregson-Williams
Produktionsdesign: Barry Robison
Kostüme: Kym Barrett
Casting: Christine King, Debra Zane
Kinostart Deutschland: 29. April 2009
Laufzeit: 106 Min.
FSK: ab 16 Jahre

Im Kanada des 19. Jahrhunderts erlebt der kleine James fürchterliche Dinge in seinem Elternhaus und muss erkennen, dass er ein Mutant ist. Gemeinsam mit seinem Halbbruder Victor flieht er. Aus den beiden Kindern werden Männer, die auf den verschiedenen Kriegsschauplätzen der nächsten Jahrzehnte kräftig mitmischen und die Interessen der USA kampfstark vertreten. Doch James (Hugh Jackman) und Victor (Liev Schreiber) entfernen sich immer mehr voneinander. Während des Einsatzes bei einer Spezialeinheit, kommt es zum endgültigen Bruch zwischen den beiden. James, der sich nun Logan nennt, geht zurück nach Kanada, um dort Holzfäller zu werden.

Logan führt nun ein neues Leben, geplagt von Albträumen, geliebt von einer verständnisvollen Frau. Doch die Vergangenheit holt ihn ein – in Form von Victor, auch bekannt als Sabertooth. Er tötet Logans Freundin (Lynn Collins) und führt seinen Bruder vor. Logan ist alleine zu schwach, um Victor zu besiegen und lässt sich auf den Vorschlag seines alten Kommandanten Stryker (Danny Huston) ein. Von Rache getrieben wird aus Logan Wolverine, werden seine übernatürlichen Fähigkeiten durch das Sternenmetall Adamantium verstärkt. Doch kaum dem tödlichen Experiment entronnen erfährt Wolverine, dass er verraten und hintergangen wurde. Er ist nur Waffe X, ein Prototyp, ein Werkzeug. Erneut ist es Rache, die Wolverine in den Kampf treibt …

Comicverfilmungen sind ein Garant für spannende Kinoaction ohne großen Anspruch und mit inhaltlichen Fehlern. Der Zuschauer drückt gerne mal ein Auge zu und der Fan freut sich, seinen Helden auf großer Leinwand zu sehen. In den letzten Jahren haben sich die Ausnahmen gemehrt, doch „X-Men Origins: Wolverine“ ist ein klassischer Vertreter der großzügigen Adaption.

So ragt Hauptdarsteller Hugh Jackman mehr als 190 charismatische und muskelbepackte Zentimeter in die Höhe, Comicheld Wolverine bleibt aber eigentlich unter 170 Zentimetern stecken. Auch das animalische Biest wurde für den Film gezähmt. Zwar noch immer ein harter Brocken und ohne Gnade für den Feind, wirkt Gavin Hoods Heldenfassung eher zahm und moralisch integer. Auch der Werdegang des Ausnahmesuperhelden wurde verändert. So präsentiert sich dem Kinogänger schon eine andere Kindheit und Familienzusammenstellung. Wenigstens wurde für den Film beibehalten, dass Wolverine durchs Militär Adamantium auf die Knochen bekommt. Das ist doch auch schon etwas.

Somit ist deutlich genug, dass „X-Men Origins: Wolverine“ eine andere Geschichte erzählt, als es die unzähligen Comics machen. Wobei, Marvel selbst hat verschiedene Universen und Zeitleisten ins Leben gerufen, man ist als Fan also einiges gewohnt und sollte den Kinofilm einfach als ein weiteres Paralleluniversum begreifen. Weg mit den genialen Comics, her mit dem genialen Film. Und der Streifen kann sich einfach sehen lassen.

Die stärksten Szenen des Films präsentieren sich bereits zu Beginn. Logan als Kind, der mit Bruder Victor flieht und dann unternehmen beide in kurzen Momentaufnahme einen Streifzug durch die Weltgeschichte – stets in Kriegen, stets mit Stopbildern gewürzt. Der Vorspann ist einfach Weltklasse, der Score von Harry Gregson-Williams geht sofort ins Ohr. Man sollte sich den Erwerb des Soundtracks also schon mal vormerken.

Auch der Bruch zwischen den beiden Brüdern ist stark fotografiert und wird glaubhaft in Szene gesetzt. Einzig fraglich ist nur, warum die Spezialeinheit überhaupt aus mehreren Mutanten besteht, wo doch Zero alleine schon den Job erledigen könnte. Doch hier wird dem Kino Tribut gezollt, denn starke Helden brauchen starke Gegner. Und die sollen zeigen was sie alles können, damit es am Ende spannend ist.

Logan zieht sich also in die kanadischen Wälder zurück, lernt eine Frau lieben und kratzen, um dann durch ihren Tod angespornt Rache zu üben und in eine jahrelang geplante Verschwörungsfalle zu tappen. In Ordnung, das ist zwar Müll, aber man schluckt es gerne, denn jetzt geht die Action richtig los. Man sollte halt bedenken, dass Logan übernatürliche Sinne besitzt. Wer auf etliche Kilometer seinen Bruder wittert, der sollte auch eine Nase für tote Menschen und ein Auge für Verletzungen haben. Außerdem dürfte jeder Liebende seine tote Freundin irgendwo unterbringen, anstatt sie im Wald liegen zu lassen. Spätestens dann sollte es aber … egal, wie gesagt, jetzt kommt die Action. Und die ist einfach klasse.

Wolverine lässt sich verbessern, bekommt die Intrige spitz und flieht. Es folgt eine gnadenlose Verfolgungsjagd und unser Held beweist seine Lufthoheit. Das ist zwar alles Quark, aber es ist richtig guter Quark, der den Zuschauer in den Sessel presst. Verdammt, so muss Action aussehen. Leider wurde in der deutschen Fassung geschnitten, was der gute Logan mit Zero anstellt. Warum ist fraglich, die Szene ist im Grunde harmlos.

Nach der Verfolgungsjagd geht es actiongeladen weiter und der Zuschauer darf Logan begleiten. Der sucht sich erst einmal ein paar Informanten und präsentiert einen sehr lustigen Boxkampf. Als Zuckerl kommt auch der junge Cyclops vor und freundet sich Wolverine mit Gambit an. Noch mehr Helden für die Merkliste. Glücklicherweise kann man einige bald wieder streichen und „X-Men Origins: Wolverine“ setzt zum Finale an – und da fliegen wörtlich die Fetzen. Eine bombastische Kulisse und ein Supergegner, der alle paar Sekunden eine neue Fähigkeit aus dem Hut zaubert, um den Zuschauer mit neuen Stunts und CGI-Effekten zu verzaubern. Am Ende liegt alles in Schutt und Asche, hat der Held gesiegt und kippt tot um. Na ja, das hätte der Oberbösewicht doch auch vorher anstellen können. Aber so kommt man nach dem Abspann in den Genuss einer verdammt coolen Szene. Also immer schön sitzen bleiben und abwarten.

Zum Ende hin zeigen sich auch die Schwächen der Synchronisation. Die ist zwar durchweg gelungen und macht Laune, doch nur im Original kommen die Sprüche wirklich markig rüber. Hier hätten die Sprecher ruhig etwas vom Leder ziehen können. Bei Superhelden passt das schon, aber wahrscheinlich wurde die Synchro mit der heißen Nadel gestrickt. Nur so dürfte der Riesenfehler zu erklären sein, der nach dem Endkampf geschieht. So wird hypnotisch „Lauf“ befohlen, doch das Opfer geht nur. Nun, dadurch wird der Film unfreiwillig etwas komisch. Alles andere sei verziehen, aber das wirkt wirklich störend.

Die Leistungen der Darsteller sind richtig ordentlich, vor allem Stryker wirkt fies und gemein. Danny Huston gibt einen exzellenter Bösewicht zum Besten, doch der Film dreht sich vor allem um Logan – und das ist nun einmal Hugh Jackman. So kommen alle anderen Rollen im Grunde zu kurz, können nur wenig Profil zeigen und müssen dem Platzhirsch weichen. Und Jackman röhrt verdammt gut, verteidigt sein Revier mir Bravour. Muskelbepackt, auch mal nackt von hinten, einen coolen Spruch auf den Lippen und Augen, die jeder Situation die richtige Würze geben. Frauen schmelzen dahin und Männer wünschen sich ebenfalls diesen Blick – um die Frauen auch dahinschmelzen zu lassen. Dabei sollte man keinesfalls vergessen, dass Jackman für seinen Prachtkörper hart trainierte und außerordentliche Selbstdisziplin zeigte.

Wie es sich für einen modernen Actionfilm in dieser Preisklasse gehört, sind Stunts und Trickeffekte vom Feinsten. Da wird gesprungen, gepurzelt, geknallt, gebumst, geschlagen und getreten, da explodiert es hier und knallt es da. Augen und Ohren bekommen ein wunderbares Spektakel geliefert, in dem man förmlich versinkt. Actionkino vom Feinsten! Einzig Sabertooth‘ Sprunganimation könnte etwas besser sein. Sie wirkt recht grob und künstlich.

„X-Men Origins: Wolverine“ ist jedenfalls ein schicker Film, mit viel Action, einem sympathischen Superhelden und großem Unterhaltunsgwert. Der Streifen ist auf jeden Fall einen Blick wert!
(Günther Lietz)

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